DAS KOMPLETTE PROGRAMM

SALON IM LUITPOLD

Salon Luitpold - das Kulturprgramm des Cafe Luitpold - Diskurse mit zahlreichen Referenten

 

Der Salon im Luitpold findet an wechselnden Terminen um 20:00 Uhr im Palmengarten des Cafe Luitpold statt.

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Newsletteranmeldung: veranstaltung@cafe-luitpold.de

 

Download Salonprogramm Sommer 2017

 

 

 

 

Neuer Reservierungsmodus Salon Luitpold:


Der große Zuspruch unserer Salons zwingt uns für Ihr Wohl sich organisatorisch weiterzuentwickeln.
Wir möchten Sie bitten bei Ihrer Reservierung Ihre Präferenz für eine von zwei Kategorien mitzuteilen:

Abendessen:
Sitzplatz mit Tisch in direkter Nähe zu den jeweiligen Protagonisten (in Verbindung mit Speisen & Getränken) 

oder 

Apéro:
Sitzplatz in Verbindung mit Getränken. Bei später Ankunft und sehr großem Andrang, eventuell ein Hocker-, Treppen- oder Steh Platz auf der Galerie (gerne kann auch im Anschluss an die Veranstaltung bis 22.30 Uhr, nach „Umzug an einen Tisch“, noch gespeist werden)

Erlauben Sie uns in diesem Zusammenhang auch unsere Bitte für Ihr rechtzeitiges Erscheinen. Das erspart Ihnen und uns unnötige Aufregung, da wir ab 15 Minuten vor Beginn der Veranstaltung nicht wahrgenommene Reservierungen anderweitig vergeben müssen.

Und damit Sie dem spannenden Programm ungestört folgen können, servieren wir Ihnen auch gerne bereits im Vorfeld der Veranstaltung Ihre frei gewählten Speisen und Getränke.

Mit Ihrer Konsumation leisten Sie einen wertvollen Beitrag, um weiterhin Protagonisten aus Politik, Kunst, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft mit Rang und Namen, ohne Eintritt zu erheben.

In Vorfreude auf viele genuß- und diskursreiche Veranstaltungen!

 

Ihr Stephan Meier

 

 

Freitag, 21.07.2017 , 20:00 Uhr

SALON IM LUITPOLD: EINE NEUE EPOCHE DER FREIHEIT

Zwiegespräch zwischen Christian Lindner/FDP und Peter Unfried/TAZ

 

Der europäische Liberalismus bekommt nach einem selbst verschuldeten Fiasko eine neue Chance; das Ende der ideologischen Blöcke macht's möglich. Bei den letzten Wahlen in NRW, oder auch auf europäischer Ebene in Frankreich und Holland ist ein Erstarken klassischer liberaler Ideen erkennbar, während die Mitte des politischen Spektrums, die Christ- wie Sozialdemokratie in ganz Europa zu einem beinahe monolitischen Block verwächst, der für Sozialstaat, Rentenerhöhungen, hohe Steuern und einen großen öffentlichen Sektor steht. Heute ist vom Wettkampf der Parteien eine sozial-christdemokratische Mitte übrig geblieben. Was die Lager früher trennte und dadurch definierte, hat sich in den modernen westlichen Gesellschaften weitgehend erledigt: konfessionelle Grenzen, Gehaltsunterschiede, ländliche Folklore, antisozialistische Rhetorik des Kalten Kriegs. Es gibt nämlich nicht nur in unseren Nachbarstaaten, sondern auch in Deutschland einen erheblichen Reformstau festzustellen: Digitalisierung der Gesellschaft; erneuerte Infrastruktur im Güter- und Datenverkehr, ein Sozialstaat, der nach skandinavischem Vorbild die Alimentierten besser qualifiziert und Verweigerern Leistungen streicht; technisch unterstützte Sicherheit im öffentlichen Raum ohne Überwachungsstaat; abgespeckte Verwaltung; ein Ende der staatlichen Hypernormierung beim Bauen oder Erziehen.

 

Der Reformdruck auf die europäischen Institutionen ist der Gipfel des Eisbergs. Hervorgetan hat sich in diesem Zusammenhang auch der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis mit seiner linken paneuropäischen Bewegung DiEM25 (Bewegung Demokratie in Europa 2025). Die Protagonisten u.a. Peter Unfried, bekennen sich zur europäischen Integration, beklagen aber, dass „ein Bündnis aus kurzsichtigen Politikern, ökonomisch naiven Beamten und unfähigen Finanzexperten“ das Projekt „sklavisch den Forderungen von Finanz- und Industriekonglomeraten unterworfen“ habe. Der Rückfall in nationalstaatliches Handeln sei jedoch der falsche Weg. Ziel ist u.a. bis 2025 eine europäische Volksversammlung wählen zu lassen. Treibende Kräfte sind Politiker unter anderem der griechischen Syriza, der deutschen Die Linke, der spanischen Podemos, der britischen Labour Party und der Green Party of England and Wales.Weitere Mitglieder sind Wissenschaftler und Intellektuelle wie: Antonio Negri, James K. Galbraith, Brian Eno, Noam Chomsky, Slavoj Žižek und Julian Assange um nur einige zu nennen. Lebhafte Diskussion auf dem Podium und im Anschluss mit dem Publikum garantiert!

 

Christian Lindner ist seit Dezember 2013 Bundesvorsitzender der FDP und ist Vorsitzender des Landesverbandes und der Landtagsfraktion der FDP Nordrhein-Westfalen. Von Oktober 2009 bis Juli 2012 war Lindner Mitglied des Deutschen Bundestages, von Dezember 2009 bis Dezember 2011 auch Generalsekretär der Bundes-FDP. Lindner war Spitzenkandidat seiner Partei bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 und tritt in selber Funktion für die FDP bei der Bundestagswahl 2017 an. Lindner studierte er Politikwissenschaft als Hauptfach sowie Staatsrecht und Philosophie als Nebenfächer in Bonn und war vor seiner bundespolitischen Karriere auch als Unternehmer tätig.

Peter Unfried ist Chefreporter der taz und Chefredakteur des Magazins taz.FUTUR ZWEI für Zukunft und Polititk.Bücher u.a. "Öko" und "Autorität", wenn die Kinder durchgreifen. Unfried ist ein überzeugter baden-würtembigischer Eurpäer. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern sowie Drei-Liter Auto in Berlin-Kreuzberg.

*Inspiriert von Dirk Schümers Essay für die Welt am 29.5.17“

 

Vorherige schriftliche und verbindliche Anmeldung notwendig: veranstaltung@cafe-luitpold.de

Dienstag, 19.09.2017 , 20:00 Uhr

Salon im Luitpold: UnZeit und Demokratie

Politische Diskussion mit Theo Waigel, Klaus H. Goetz und Dr. Franziska Augstein/SZ

 

Politik ist immer mit überraschenden, plötzlich auftauchenden Phänomenen konfrontiert, auf die sie - wie auch immer - unter knapper Zeit reagieren muss. Durch die Beschleunigung technischer, ökonomischer und sozialer Prozesse, gerät der politische Steuerungs- und Gestaltungsanspruch in Gefahr. Unter dem Druck von Börsentickern, multinationalen Konzernen, Onlineredaktionen oder in „Echtzeit“ kommunizierenden sozialen Netzwerken schwinden die Zeitressourcen für deliberativ ausgerichtete parlamentarische Demokratien. Die Voraussetzungen für rationale Planungs- und Entscheidungsprozesse verschlechtern sich, die Politik gerät angesichts komplexer und dynamischer Umwelten ins Hintertreffen. Die historisch gewachsenen Rhythmen – wie beispielsweise Wahltermine oder Gesetzgebungsverfahren – und somit die Demokratie, kommen „aus dem Takt“ mit ihrer gesellschaftlichen Umwelt. Demokratie wird zunehmend unwahrscheinlich, je näher dieser Akzelerationsprozess einer institutionellen „Geschwindigkeitsgrenze“ kommt. Wir wollen u.a. die Frage diskutieren welche Anpassungs- und Reformpotentiale Demokratien globalen Beschleunigungsphänomenen entgegensetzen können.

 

Bundesfinanzminister A.D. Dr. Theo Waigel, hat die deutsche und europäische Finanzpolitik geprägt. Er war es, der unserer heutigen Währung den Namen Euro gab – und somit gilt Dr. Theo Waigel als Vater des Euro. 1989-1998 war er Bundesfinanzminister unter Helmut Kohl und 1988-1999 war er Vorsitzender der CSU. Dr. Theo Waigel mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz. Außerdem ist er seit 2009 Ehrenvorsitzender der CSU. Heute ist er Partner der Münchner Rechtsanwaltskanzlei Waigel Rechtsanwälte.

Dr. Franziska Augstein/SZ hat Geschichte, Politik und Philosophie an der FU Berlin, u.a. bei Ernst Nolte studiert und begann ihre journalistische Karriere bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Nach akademischen Stationen in Bielefeld, Brighton, Paris promovierte Sie mit einer Arbeit zur Entstehung der Rassentheorie. 1997 wurde sie Redakteurin im Feuilleton der FAZ. Seit 2001 arbeitet sie für die SZ, anfangs fürs Feuilleton, dann im Ressort Innenpolitik und seit 2015 gehört sie der Wirtschaftsredaktion an; dort publiziert sie u.a. ihre Kolumne „Augsteins Welt“. Frau Augstein ist die Halbschwester des Verlegers Jakob Augstein.

Prof. Dr. Klaus H. Goetz hat seit 2013 den Lehrstuhl für Politische Systeme und Europäische Integration am Geschwister-Scholl-Institut der LMU inne. Er hat in Tübingen, am MIT und an der LSE) studiert. Nach seiner Promotion in Oxford lehrte und forschte er u.a. in Speyer, Sciences Po Bordeaux, in Florenz, Tokio und der HU Berlin. Zur Zeit forscht er u.a. zu „Versetzte Wahlen und Zeithorizonte“ und zu Zeitregeln in internationalen Organisationen.