
Vor 125 Jahren, im Oktober 1901, erschien Thomas Manns Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Der Erstlingsroman des Autors, den dieser mit 26 Jahren veröffentlichte, ist sein meistgelesener und brachte ihm 1929 den Nobelpreis ein. Seine Beliebtheit verdankt er der prallen und differenzierten Schilderung einer Familiengeschichte über vier Generationen hinweg. Der ökonomische und soziale Aufstieg der Lübecker Familie und ihr "Verfall", die zahlreichen, psychologisch genau gezeichneten Figuren, die Dynamik zwischen den Generationen und den Geschwistern, die Rollen von Männern und Frauen, die ge- und misslingenden Ehen, die alles andere in den Schatten stellende Rolle des Geldes, die Ausflüge an das Freiheit verheißende Meer und in ein burschikos beschriebenes München, der Aufeinanderprall von Kaufmannsethos und Kunstanspruch - all das formt ein soziales Panorama von enormer Plastizität, das keineswegs betulich, sondern boshaft und witzig gestaltet ist. Grund genug, noch einmal über diesen Roman, seine Faszinationskraft, aber auch seine problematischen Seiten zu sprechen!
Christian Begemann studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1986 wurde er mit einer Dissertation über Furcht und Angst im Prozeß der Aufklärung an der LMU München promoviert, 1995 habilitierte er sich an der Universität Würzburg über Adalbert Stifter. Von 2000 bis 2008 hatte er einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth inne, von 2008 bis 2020 an der LMU München. Seine Arbeitsschwerpunkte sind deutsche Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts, Körpergeschichte, Kulturanthropologie und Semiotik, Theorien der ästhetischen Produktivität von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert, Vampirismus und literarische Gespenster. Er hat Bücher und Aufsätze verfasst zu Goethe, Kleist, Tieck, Arnim, E.T.A. Hoffmann, Eichendorff, Droste-Hülshoff, Mörike, Richard Wagner, Gottfried Keller, Stifter, Storm, Conrad Ferdinand Meyer, Fontane, Karl May, Robert Müller und Peter Greenaway.

Dr. Christian Gohlke ist als Intendant für die künstlerische Gestaltung des Salons mitverantwortlich. Er unterrichtet u.a. an der Hochschule München und schreibt regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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