Beschreibung
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Karsten Fischer/LMU
Normativer Kannibalismus: Intergenerationale Gerechtigkeit als moralpolitisches Problem für Generationen-, Migrations- und Ökologiekonflikte
Was schulden wir unseren Kindern und Enkeln? Und wer entscheidet, was gerecht ist?
Ob Rente, Staatsverschuldung, Migration oder Klimaschutz – immer häufiger wird Politik mit dem Verweis auf kommende Generationen gemacht. Doch was gerecht erscheint, ist höchst umstritten: Die einen fordern weniger Schulden, die anderen mehr Investitionen in die Zukunft. Die einen wollen das Klima schützen, die anderen warnen vor den Kosten für die nächste Generation.
Das Paradoxe: Alle berufen sich auf Generationengerechtigkeit – und kommen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Droht ein wichtiges moralisches Argument dadurch seine Überzeugungskraft zu verlieren?
Spätestens seit dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2021 steht auch die Politik in der Verantwortung, die Freiheiten künftiger Generationen zu berücksichtigen. Aber wie weit darf diese Verantwortung gehen? Und was passiert, wenn politische Streitfragen zunehmend zu Fragen von Gut und Böse werden?
Der Münchner Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karsten Fischer, Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie an der LMU, geht diesen Widersprüchen nach. Er fragt, wie wir die Interessen künftiger Generationen ernst nehmen können, ohne demokratische Entscheidungen heute unmöglich zu machen.
Ein SALON über Gerechtigkeit, Moral und die Frage, wie viel Zukunft wir der Gegenwart schulden.
Karsten Fischer ist Professor für Politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist zudem Mitglied der fakultätsübergreifenden Forschungseinrichtung "Münchner Kompetenzzentrum Ethik" und des "Instituts für Religion und Politik". Seine Lehr- und Forschungsgebiete umfassen die Politische Ideengeschichte, die Theorie von Demokratie, Liberalismus und Populismus, und das Verhältnis der Politik zu Recht und Religion.










