
Zeitlebens hat Stefan George (1868-1933) in seinen Gedichten immer wieder auf Deutschland Bezug genommen: Er hat deutsche Landschaften und Städte in den Blick gerückt, deutsche Gestalten und Ereignisse in Erinnerung gerufen, aber auch deutsche Fehlhaltungen kritisiert und in einem berühmten, oft missverstandenen oder gar missbrauchten Gedicht von einem 'geheimen Deutschland' geredet. Zu dem Kreis, den der charismatische Dichter um sich scharte, gehörte auch Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944), so dass sich die Frage stellt, inwiefern der spätere Hitler-Attentäter von Georges Gedanken geprägt war. Was meinte George mit dem "Geheimen Deutschland"? Was verstand Stauffenberg darunter? Gibt es eine direkte Linie vom George-Kreis zu den Attentätern des 20. Juli?
Thomas Karlauf, 1955 in Frankfurt am Main geboren, arbeitete nach einer Ausbildung zum Verlagskaufmann als Redakteur der Amsterdamer George-Zeitschrift »Castrum Peregrini«, danach viele Jahre als Lektor beim Siedler Verlag, zuletzt beim Rowohlt Verlag Berlin. Seit dreißig Jahren ist er als Literaturagent und Autor in Berlin tätig. Publikationen: Stefan George. Die Entdeckung des Charisma (2007), Helmut Schmidt. Die späten Jahre (2016) und Stauffenberg. Porträt eines Attentäters (2019).
Helmuth Kiesel ist Professor em. für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Heidelberg. Bei C.H.Beck sind von ihm lieferbar: "Geschichte der literarischen Moderne" (2017) und "Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1918–1933" (2017).
Dr. Christian Gohlke ist für die künstlerische Leitung des SALON LUITPOLD mitverantwortlich.

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