
Am 25. September jährt sich Caspar David Friedrichs Geburtstag zum 250. Mal. Friedrichs Bilder sind zum Inbegriff der ‚romantischen Landschaft‘ geworden, einer Romantik allerdings, die es in sich hat. Nicht alle Zeitgenossen waren fasziniert, viele reagierten abwehrend, wenn nicht gar erheitert – jedenfalls ratlos, und das deutet auf einen entschiedenen Bruch mit Wahrnehmungsgewohnheiten hin. Über den Mönch am Meer hat Heinrich von Kleist die berühmten Sätze geschrieben: „Nichts kann trauriger und unbehaglicher sein, als diese Stellung in der Welt: der einzige Lebensfunke im weiten Reiche des Todes, der einsame Mittelpunct im einsamen Kreis. Das Bild liegt, mit seinen zwei oder drei geheimnisvollen Gegenständen, wie die Apokalypse da […], und da es, in seiner Einförmigkeit und Uferlosigkeit, nichts als den Rahm[en], zum Vordergrund hat, so ist es, […] als ob Einem die Augenlieder weggeschnitten wären.“ So singulär Friedrich als Maler ist, so sehr gibt es doch Berührungspunkte mit der Literatur der Romantik und mit den erzählten Landschaften, die sie uns bietet, beispielsweise bei Joseph von Eichendorff. Diese Berührungspunkte liegen etwa in einem neuen Verhältnis zur Natur, in der Öffnung der Landschaft ins Unendliche und dem dadurch evozierten Gefühl der Sehnsucht, aber auch in der Abstraktion vom unmittelbar Gesehenen oder in der Aufladung der Landschaft mit Bedeutungen. Der Gesprächsabend will dieses spannungsvolle Verhältnis von Malerei und Literatur an ausgewählten Bildern Friedrichs und Texten seiner Zeitgenossen beleuchten.
Prof. Dr. Christian Begemann, bis 2020 Inhaber eines Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur an der LMU München. Arbeitsschwerpunkte in der Literatur vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Kunstgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Kunst Italiens an der LMU München und Direktor des Zentralinstituts für Kunstgeschichte München

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