
Am 25. Juni 1926 wurde in Klagenfurt eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts geboren: Ingeborg Bachmann. Bis heute gehen von ihrem faszinierenden Werk vielfältige Impulse aus. Neben ihren bekannten Gedichten, Erzählungen, Hörspielen, Romanen und Essays geriet jüngst die mythenumwobene Persönlichkeit der Autorin erneut in den Blick – durch die Veröffentlichung des sprachmächtigen Briefwechsels etwa mit Paul Celan und Max Frisch, aber auch mit anderen Größen des literarischen und kulturellen Lebens. Der Germanist Dieter Burdorf hat diesen neuen Einblicken in seiner gerade erschienenen eindrucksvollen Biographie eine gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Christine Lubkoll (Moderation: Christian Gohlke) wird vor allem nach den Wechselbeziehungen zwischen den persönlichen Erfahrungen und der Aussagekraft des literarischen Werkes gesucht. Neben der immer wieder thematisierten Gefährdung des Ichs gehören dazu die Stellungnahmen Bachmanns zu den gesellschaftlichen Entwicklungen der Nachkriegszeit und der Beitrag der Literatur zur Aufarbeitung des Faschismus. Einen besonderen Akzent erhält die Veranstaltung durch die Mitwirkung der Schauspielerin Franziska Walser, die vor allem Passagen aus dem Briefwerk Bachmanns lesen wird.
Die Schauspielerin und prominente Otto-Falckenberg-Absolventin Franziska Walser gehörte von 1976 bis 2001 fest dem Ensemble der Münchner Kammerspiele an. Dort arbeitete sie mit berühmten Regisseuren wie Dieter Dorn, Thomas Langhoff und Hans Lietzau. Seit 2002 bewegt sie sich eigenen experimentellen Inszenierungen oder freien Theaterprojekten, wobei zwei Regisseure wichtig geworden sind, Jan Bosse und Dusan David Parizek. Franziska Walser wurde 1991 mit dem Bayerischen Filmpreis für die Beste Schauspielerin in Franz Seitz Inszenierung Erfolg ausgezeichnet und für Ein halbes Leben von Nikolaus Leytner bekam sie 2010 den Adolf-Grimme-Preis, sowie eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis als Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle.


Dieter Burdorf ist Professor für Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie an der Universität Leipzig und Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt. Bei C.H.Beck ist von ihm erschienen: "Friedrich Hvlderlin" (2011).

Prof. Dr. Christine Lubkoll studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg i.Br. und Bordeaux; sie promovierte 1985 in Freiburg i.Br. über Faustdichtungen und wurde 1993 mit einer Arbeit über den 'Mythos Musik' in der Literatur der Romantik an der LMU München habilitiert. Von 1995 bis 2001 war sie Professorin für Neuere deutsche Literatur und Komparatisitk in Giessen und hatte anschließend bis zu ihrer Pensionierung 2022 einen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur an der FAU Erlangen-Nürnberg inne. Ihre Arbeitsschwerpunkte betreffen die Literatur und Kultur der Sattelzeit 1750-1830, die literarische Moderne und sowie die Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur, außerdem die Forschungsgebiete 'Literatur und Musik'; 'Literaur und Ethik' sowie die 'Kulturgeschichte des Erzählens'.

Dr. Christian Gohlke ist als Intendant für die künstlerische Gestaltung des Salons mitverantwortlich. Er unterrichtet u.a. an der Hochschule München und schreibt regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Neues Konzept
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Ihr Cafe Luitpold Team
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